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Historische Fernsehaufnahmen des Bayrischen Rundfunks

Mit großem technischen Aufwand hat ein Fernsehteam des Bayrischen Rundfunks im Diamantschleifermuseum Brücken das Schleifen des "Blauen Wittelsbacher" nachgestellt. Im Mai 2011 werden die Aufnahmen in einem umfassenden Dokumentarfilm zum berühmten blauen Diamanten dem "Blauen Wittelsbacher" zu sehen sein.

 

Einige Informationen zum "Blauen Wittelsbacher"

Der Blaue Wittelsbacher ist ein bis zum jüngsten Neuschliff 35,56 Karat (7,11 g) und heute 31,06 Karat schwerer naturblauer Diamant vom Typ IIb mit einer Reinheit von VS2, dessen Geschichte sich bis 1667 zurückverfolgen lässt und der Teil der österreichischen und bis 1918 der bayerischen Kronjuwelen war.
Wegen seiner Größe, Farbe und Klarheit ist er oft mit dem Hope-Diamanten verglichen worden. Der Diamant maß bis zum Neuschliff 24,40 mm im Durchmesser und 8,29 mm in der Tiefe. Er hatte 82 Facetten, die atypisch angeordnet waren.


Geschichte:

Die Herkunft des Diamanten liegt im Dunkeln. Es ist auch ungeklärt, wo er seinen Schliff erhielt. Als im Dezember 1666 Margarita Theresa aus Spanien nach Wien kam, brachte sie eine Mitgift aus Juwelen von ihrem Vater, König Philipp IV. von Spanien mit, darunter wahrscheinlich auch den vermutlich aus einer indischen Mine in Kollur bei Golkonda stammenden Diamanten. Sie vermachte den Stein, der zu diesem Zeitpunkt als Mittelstück eines Brust-Kleinods gefasst war, ihrem Mann Kaiser Leopold I., der ihn wiederum ihrer gemeinsamen Tochter Maria Antonia als Mitgift schenkte. 1722 kam der Diamant durch die Heirat ihrer Tochter Maria Amalia mit Karl Albrecht von Bayern als Teil der Mitgift in den Besitz des Hauses Wittelsbacher. Dort wurde er erstmals als blauer Brillant inventarisert. Nach der Kaiserkrönung Karls VII. ließ Maria Amalia den Diamanten in ihre Kaiserinnenkrone einarbeiten.


1761, fünf Jahre nach Maria Amalias Tod, veranlasste Kurfürst Maximilian III. Joseph, vielleicht inspiriert von der Fassung des Dresdner Grünen Diamanten, die Einarbeitung des Blauen Wittelsbachers in ein Ordenszeichen des Ordens vom Goldenen Vlies. Als Kurfürst Max Joseph 1806 zum ersten König von Bayern erhoben wurde, ließ er nach einem Entwurf von Charles Percier eine Königskrone anfertigen, die den Blauen Wittelsbacher als Leitstein enthielt. In einem Inventar von 1807 wurde der Stein auf einen Wert von 300.000 Gulden geschätzt. Bis 1918 blieb der Diamant an der Spitze der Krone des Königreichs Bayern das Haus- und Staatssymbol. Zum letzten Mal in der Öffentlichkeit in dieser Fassung gesehen wurde er 1921 bei der Beisetzung von König Ludwig III.
Der Diamant kam in den Wittelsbacher Ausgleichsfonds. 1931 wollte das Haus Wittelsbach zur Lösung von Liquiditätsproblemen als Folge der Weltwirtschaftskrise den Blauen Wittelsbacher bei Christie’s versteigern lassen und erhielt dafür auch eine Genehmigung der Bayerischen Staatsregierung. Bei der Auktion am 21. Dezember 1931 fand sich jedoch kein Käufer. Ein Verkauf kam erst 1951 in Antwerpen zustande; 1958 wurde der Stein ohne Namen oder Hinweis auf seine historische Bedeutung auf der Brüsseler Weltausstellung gezeigt. Im August 1961 erwarb der Juwelenhändler Jozef Komkommer in Antwerpen den Diamanten von einer Erbengemeinschaft des Edelsteinhändlers Romi Goldmuntz und verkaufte ihn 1964 über einen Hamburger Juwelier an einen zunächst Unbekannten, von dem später bekannt wurde, dass es wohl Helmut Horten war, der ihn für seine Frau Heidi erwarb.


Am 10. Dezember 2008 wurde der Blaue Wittelsbacher bei einer Auktion von Christie’s in London für 16,4 Millionen Pfund Sterling, umgerechnet 18,4 Millionen Euro, versteigert. Der Erwerber war der Londoner Juwelier und Edelsteinhändler Laurence Graff. Der Preis ist bis heute der höchste, der jemals bei einer Auktion für einen Diamanten erzielt wurde.

 

 

 

 
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